Simone Aughterlony & Michael Günzburger

Emergent Vestiges

Von Staubpartikeln zu leuchtenden Farbpigmenten, vom Schmiermittel zum Fixiermittel, vom Papier bis zur Haut – für DRECK: EIN APPARAT haben Simone und Michael eine temporäre Druck-Station entworfen, die der Produktion von gedruckten Objekten entgeht und eher den Materialien Aufmerksamkeit widmet, den Spuren, die sie hinterlassen und der Art, wie dieser Prozess der Intra-Aktion sich in der Intimität zwischen den Körpern ereignet. Sie sind neugierig, wie Dinge, die dreckig gemacht wurden, ihren Reiz behalten. Auf die Zufälligkeit der Übertragung von Dreck ebenso wie der (un)bewusste Austausch von Spuren an nwahrscheinliche Orte, die die Begegnung zwischen Dingen kartografieren und bewerten. Auf das Potenzial und die Zukünftigkeit von unlöschbaren Zeichen als eine Antwort auf die sogenannte Flüchtigkeit von Performance. Auf Berührung und der Überschuss von Berührung – die Narrative, die wir durch berühren formen, berührt werden und Berührung. Sie machen sich die Unmöglichkeit, keine Spuren zu hinterlassen, wenn man sich in einem von Partikeln bedeckten Raum bewegt, zueigen und beobachten die erscheinenden Lektüren, die dadurch an die Oberfläche treten.

Besuch der Station / Open House: Einladung, unsere Grabungen in diesen Fragen zu beobachten, zur Teilnahme an der Praxis oder zur Diskussion.

Simone Aughterlony ist freischaffende Künstlerin, lebt in Berlin und Zürich und arbeitet gemeinsam mit anderen im Grenzbereich von Tanz und Performancekunst. Im Mittelpunkt ihres Schaffens steht das transformative Potenzial des Körpers sowie sämtlicher Aspekte der choreografischen Arbeit. Ihr Augenmerk gilt insbesondere der Möglichkeit der politischen Aufladung choreografischer Arbeiten durch Humor und die geheimnisvolle Kraft des Begehrens.

Michael Günzburgers Arbeit kreist um Zeichnungen und Handwerk. Ausgehend davon entstehen Arbeiten im Dialog mit anderen Künsten und Wissenschaften, die weit über den Bereich der bildenden Kunst hinausweisen. Prägend für seine Arbeit in den letzten Jahren ist die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Drucken, das er als Kollision von zwei Körpern beschreibt.

Seine Arbeiten wurden international gezeigt, u. a. im Kunsthaus Zürich und
in Galerien in New York, Mexico und Paris.

Freitag, 26. Juni 2015
18:00 Uhr — OPEN HOUSE

Residenz: 21. Juni bis 11. Juli 2015