Dietmar Rübel

Reste von Resten

Reste von Resten. Über die künstlerische Verwendung von Abfall, Müll und Schmutz

Dass Materialien und Dinge zum Konsum bestimmt sind, kann als einer der Grundgedanken der Moderne angesehen werden. Und der größte Effekt, den diese Entwicklung hervorbrachte, ist der, dass plötzlich Reste entstanden: Abfall, Müll und Schmutz erscheinen als das eigentliche Produkt der ästhetischen und gesellschaftlichen Konversionen seit der ersten industriellen Revolution. Dieser Dreck ist der Fallout unseres Begehrens nach Modernität. Der Vortrag gibt einen Überblick über die künstlerische Verwendung von Schmutz im 20. und 21. Jahrhundert. Dabei steht eine ‚unreine‘ paradigmatische Wendung im Zentrum. Die Überbleibsel der Moderne werden nicht mehr als aura-tische Reste bestaunt, sondern als eigensinnige Materialität augefasst, die durchaus ein prozessuales Werden in Gang setzen können.

vortrag in deutscher sprache - 9. Juli 2015, 18.30 Uhr