Rosie Cox

Dirty celery tastes better

Dirty Food and Caring Relationships

Notwendiges Lebens-Mittel oder reiner Keimträger? Nahrungsmitteln haftet seit jeher eine Ambivalenz von dreckig und sauber an, bestimmt auf der Grundlage von Jahrhunderte alten Kulturen und Praktiken. Beim Essen wird die hygienische Demarkationslinie zwischen unserem Selbst und der Außenwelt mit all ihren Gefahren der Ansteckung und Verunreinigung der Lebensmittel außer Kraft gesetzt. Skandale um Rinderwahn, 
Salmonellen und Kolibakterien werfen Zweifel an der Reinheit der Nahrung auf. Die Verschwendung in den reichen Ländern degradiert die Nahrung selbst zu Abfall und Schmutz.

Entlang von Forschungsergebnissen zu Kunden alternativer Lebensmittelkooperativen und deren häufig »schmutzigem« Gemüse führt Rosie Cox aus, wie Dreck neuerdings zum Ausdruck für eine ethisch begründete Sorge um seine Mitmenschen und die Umwelt und Anzeichen der regionalen Herkunft umgewertet wird. Wenn Reinheit mit Moderne und Kapitalismus assoziiert wird, dann kann Dreck positive Attribute annehmen und zeit-respektierende Weisen zu leben, ebenso wie nähere und gleichberechtigtere soziale Beziehungen und Respekt für die natürliche Umwelt repräsentieren.

Lecture in English - 11. Juni 2015, 18.30 Uhr